Deutsche Kinder sind heute größer als vor 30 Jahren. Das berichtet das “Deutsche Ärzteblatt”. Die Sieben- bis Zehnjährigen sind bis zu 1,5 Zentimeter größer als noch in den 1970ern. Die Größe der Neugeborenen zwischen 1984 und 1997 veränderte sich nur geringfügig um plus 0,2 Zentimeter. Das bedeutet, dass sich die Wachstumsgeschwindigkeit im Kindesalter erhöht hat. Die Entwicklung der körperlichen Reife habe sich nicht sehr verändert. Nach der Pubertät sei der Trend nicht so ausgeprägt, erklären die Autoren vom Zentrum für Kinderheilkunde der Uni Bonn. Insgesamt habe sich die Größenzunahme aber verlangsamt.
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Deutsche Kinder immer größer
Donnerstag, 4. Juni 2009Neun Stunden sitzen Kinder täglich in der Schule, vorm TV oder Computer
Freitag, 29. Mai 2009„Bewegte Kinder – schlaue Köpfe“: Unter diesem Motto fand ein Aktionstag des Niedersächsischen Projektes zur Gesundheitsprävention an Grundschulen in der Meinser Grundschule statt
Angelika Dierking vom Fachbereich Schulsport in Schaumburg, fragt noch einmal das neu erlangte Wissen der Kinder rund um den Schulranzen ab.
Studien haben belegt, dass die Bewegung von Kindern in den vergangenen 25 Jahren stetig abgenommen hat und heute im Durchschnitt nur noch eine Stunde täglich beträgt. Dagegen sitzen die Kinder im Schnitt heute bis zu neun Stunden täglich in der Schule, bei den Hausaufgaben und vor dem Fernseher oder Computer. Körperliche, seelische und kognitive Entwicklungsstörungen können hier die Folge sein.
Deshalb hat die Niedersächsische Landesregierung, in Kooperation mit dem Landessportbund, eine Initiative für Gesundheit durch Bewegungsförderung ins Leben gerufen. Im ersten Teil des Aktionstages wurde den Schülern Aufbau und Funktion der Wirbelsäule, das dynamische Sitzen und die Bedeutung von Bewegung für die Gesundheit erklärt. Bereits im Vorfeld zum Aktionstag war mit den Kindern ein Schulranzen-TÜV durchgeführt worden, wobei das richtige Ranzengewicht und das rückenfreundliche Tragen die Schwerpunkte bildeten.
Eine Lehrerfortbildung am Nachmittag war der zweite Teil des Aktionstages an der Grundschule Meinsen. Hier wurden in einem Vortrag zum Beispiel der Zusammenhang von Bewegung mit der kognitiven Entwicklung von Kindern, oder die Frage ob ergonomische Schülerarbeitsplätze den Lernerfolg begünstigen, erörtert. Ziel sollte es sein, das neue Wissen der Schüler und die erweiterte Lehrerkompetenz zu kombinieren und somit Veränderungen hinsichtlich der Bewegung der Kinder herbeizuführen.
Zum Abschluss des Aktionstages waren die Eltern zu einem Informationsabend eingeladen. Um schnelle Erfolge des Projekts zu gewährleisten, muss das Mehr an Bewegung auch im Elternhaus gelebt und weitergeführt werden. Deshalb war es hier wichtig, auch die Eltern zur aktiven Mitarbeit zu befähigen, damit die gesundheitsfördernden Impulse nicht am Schultor enden. Es wurden praktische Übungen zur Bewegungssteigerung und Rückengesundheit vorgestellt, und die Eltern darauf sensibilisiert, alltägliche Trägheitsfallen im häuslichen Umfeld zu entdecken.
Kinder- und Jugendbericht: Kinderarmut hat Folgen für die Gesundheit
Freitag, 29. Mai 2009Kinder- und Jugendbericht: Kinderarmut hat Folgen für die Gesundheit
Berlin, 27. Mai 2009 - Heute wurde im Familienausschuss des Deutschen Bundestags der 13. Kinder- und Jugendbericht vorgestellt. Eine Expertenkommission untersuchte im Auftrag des Bundesfamilienministeriums den Gesundheitszustand der Kinder und Jugendlichen in Deutschland. Zusätzlich gibt der Bericht Handlungsempfehlungen für Politik sowie die Kinder- und Jugendhilfe.

Kinder ärmerer Eltnern oft schlecht ernährt
Der Bericht stellt einen grundsätzlich guten Gesundheitszustand der in Deutschland lebenden jungen Menschen fest. Alarmierend ist dagegen, dass vor allem Kinder und Jugendliche aus einkommensarmen und bildungsfernen Familien sowie mit Migrationshintergrund an körperlichen und seelischen Krankheiten leiden. Sie sind häufig übergewichtig und zeigen Auffälligkeiten in der sprachlichen und motorischen Entwicklung.
Die Forderung der Kommission nach niedrigschwelligen und aufsuchenden Familienprogrammen zum Abbau der gesundheitlichen und allgemeinen Chancenungleichheit unterstützt das Zukunftsforum Familie (ZFF). Mitgliedsverbände des ZFF wie z.B. HIPPY und Ostapje haben bereits erfolgreiche Programme für die Verbesserung der Lebenssituation sozial benachteiligter Kinder aufgebaut. “Für bessere Frühförderung und mehr Teilhabe armer Kinder an gesundheitsfördernden Sport- und Freizeitaktivitäten kämpft das ZFF bereits seit Jahren,” so die Vorsitzende des ZFF Christiane Reckmann. “Es freut uns, dass unsere Forderungen jetzt auch durch den 13. Kinder- und Jugendbericht unterstrichen und bestätigt werden.”
Die Berichtskommission unter der Leitung des Münchner Sozialpsychologen Prof. Dr. Heiner Keupp macht auch konkrete Vorschläge zur Bekämpfung der Kinderarmut, vor allem auf der kommunalen Ebene. Reckmann: “Kinderarmut hat Folgen. Dieses Motto unserer Kampagne zur Einführung einer Kindergrundsicherung sehen wir im Bericht bestätigt. Kinder und deren Familien aus der Armut zu holen, bedeutet eben auch Gesundheitsförderung!”
HIPPY und Ostapje sind Familienbildungsprogramme mit dem Ziel der frühen Förderung für Kinder im Vorschulalter aus bildungsbenachteiligten Familien. (www.hippy-deutschland.de)
Das Bündnis KINDERGRUNDSICHERUNG fordert eine monatliche Absicherung für alle Kinder in Höhe von 500 Euro. Es wird u.a. von ZFF, AWO, GEW, Deutschem Kinderschutzbund und Prof. Dr. Heiner Keupp unterstützt. (www.kinderarmut-hat-folgen.de)
Das ZFF wurde 2002 auf Initiative der Arbeiterwohlfahrt gegründet. Der familienpolitische Fachverband setzt sich für die Interessen von Familien ein und kämpft für soziale Gerechtigkeit in der Familienpolitik. Neben Gliederungen der AWO sind dort unter anderem die Bundesvereinigung der Mütterzentren, der Progressive Eltern- und Erzieherverband (PEVNW) und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Elterninitiativkindergärten organisiert.
Mehr Bewegung und besserer Ernährung im Kindergarten
Freitag, 29. Mai 2009Die Stiftung Kindergesundheit hat mit der AOK ein Programm für den Kindergarten entwickelt, um besonders die Kleinen zu mehr Bewegung und einer gesünderen Ernährung zu motivieren.
Drei Kindergärten in Ochsenfurt (Hohestadt, Westsiedlung und Maria-Theresia) nehmen bereits seit September vergangenen Jahres an den „TigerKids“ teil, dessen Programm über drei Jahre läuft.

Mutter mit Baby
Die sechs Hauptziele sind Bewegung, fünfmal täglich Obst und Gemüse essen, viel kalorienarme Durstlöscher, wie Wasser, Kräuter- oder Früchtetee trinken, auf Rituale beim Essen und eine gemütliche Atmosphäre bei Tisch achten und erwünschtes Verhalten nicht mit Süßigkeiten belohnen oder verstärken.
Bewegung wird von den Erzieherinnen des Kindergarten Hohestadt in den täglichen Ablauf mit eingebaut.
Da gibt es eine Bewegungsstraße, Fühlsteine und –platten, es werden Bewegungsgeschichten erzählt und Spiellieder gesungen, um so die Kraft, Geschicklichkeit und Ausdauer der Kinder zu fördern.
Wichtig ist natürlich auch, dass regelmäßig draußen getobt wird.
Die Ernährung wird den Kleinen mit der kleinen Lok, die eigentlich die Ernährungspyramide darstellt, erklärt und deutlich gemacht.
Jeden Tag gibt es für die Kindergartenkinder den „magischen Teller“ auf dem Rohkost und Obst angeboten wird, was die Kinder inzwischen besonders mögen.
Da wird probiert und getestet und auch mal etwas gegessen, was man nicht so genau kennt.
Ein Ritual, das allen inzwischen großen Spaß macht, ist das gemeinsame Frühstück, das einmal in der Woche stattfindet, mal mit Gemüsesuppe, Dinkelvollkornbrötchen, Pfannkuchen mit Vollkornmehl, Gesichterbroten oder Hefeteiggebäck.
Nicht nur die Erzieherinnen wurden in einem zweitägigen Seminar von Mitarbeitern der AOK ausführlich beraten, auch die Eltern werden in das Projekt mit eingebunden.
Gabi Lackinger, Kindergartenleiterin in Hohestadt, ist von dem Projekt begeistert und findet, dass die Kinder dadurch ihr Ess- und Bewegungsverhalten ändern.
Auch die Kleinen wissen inzwischen, dass viel Zucker schlapp macht und freuen sich besonders, wenn die Handpuppe „der kleine Tiger“ sie für ihr abwechslungsreiches Frühstück, das sie in den Kindergarten mitgebracht haben, lobt.
Psychische Erkrankungen bei Übergewichtigen Kindern drei mal häufiger
Donnerstag, 7. Mai 2009Das Wissenschaftlerteam der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd und der Gmünder ErsatzKasse GEK geht der Frage nach, ob bestimmte psychische Erkrankungen und Schlafstörungen bei Kindern mit Adipositas häufiger auftreten als bei Kindern mit Normalgewicht. Datenbasis sind die Diagnosen von rund 157.000 GEK-versicherten Kindern im Alter zwischen 6 und 14 Jahren. In dieser Gruppe sind laut ärztlichem Befund rund 6.000 junge Menschen oder 3,8 Prozent fettleibig.
In der Tat zeigte sich bei krankhaft übergewichtigen Kindern eine durchweg höhere Rate paralleler psychischer Erkrankungen wie Angst, Depression oder Hyperaktivität sowie Schlafstörungen. Im Vergleich zu den normalgewichtigen Kindern war zum Beispiel die Diagnosehäufigkeit eines Aufmerksamkeitsdefizithyperaktivitätssyndroms (ADHS) um 40 Prozent erhöht. Noch größere Unterschiede wurden bei den Befunden Angststörung (plus 70 Prozent) und Schlafstörung (plus 85 Prozent) beobachtet. Ein extremes Ergebnis gab es beim Befund Depressionen, unter denen übergewichtige Kinder dreimal so häufig leiden wie Normalgewichtige.
Ab der Pubertät steigt die psychische Belastung von Kindern mit Adipositas besonders stark an. Dabei spielen insbesondere Angststörungen eine Rolle. Außerdem ist die Adipositasdiagnose für Mädchen stärker als für Jungen mit psychischer Beeinträchtigung verbunden.