Ernährung und Psyche haben einen Zusammenhang
Die Psyche leitet unser Leben.
Dass wir von unserer Psyche, also unserem Unterbewusstsein gesteuert werden ist eine Binsenweisheit. Jeder weiss es. Aber nicht jeder handelt auch so.
Hier Beschäftigen wir uns mit den schönen aber auch den Bedenklichen Verhaltensweisen die mit der Ernährung zusammenhängen.
Das schöne am Essen
Essen macht glücklich. Ist das so? Nicht für jeden, aber die Masse der Menschen mögen ihr Essen. Es wird zelebriert, mit der Familie, Freunden oder auch alleine. Auf Veranstaltungen von Firmen und bei großen Feierlichkeiten.
Doch was spielt sich im Hormonhaushalt und im Kopf ab wenn gemeinsam gegessen wird. Jetzt mal abgesehen von der sozialen Komponente und der Kommunikation untereinander.
Opiatrezeptoren im Gehirn und Endorphine
Zum Beispiel die Schokolade, bessergesagt die Kakaobohne, enthält Substanzen, die an Opiatrezeptoren im Gehirn andocken, die eigentlich für die körpereigenen "Glückshormone" aus der Klasse der Endorphine bestimmt sind.
Denn Endorphine wirken anregend und schmerzstillend. Auch in anderen Nahrungsmitteln sind endorphinartige Frustkiller enthalten: Alles was viele Kohlenhydrate hat, wie Getreide, Teigwaren, Reis, Honig aber auch fetthaltiges wie Sahne, Käse und Nüsse kann als Seelentröster taugen. Doch vorsicht. Hier finden sich natürlich auch Dickmaher bzw. kann man sich mit Schokolade und Honig nicht ohne Grezen vollstopfen. Ein bisschen... geht aber immer :-)
Übrigens:
Der Stoff, der Gemüse wie Paprika oder Pepperoni die pikante Schärfe verleiht, veranlasst ebenfalls die Produktion von Endorphinen.
Stimmungsaufheller Serotonin
Ein weiterer Stimmungsaufheller ist der Botenstoff Serotonin. Eigentlich ist Serotonin sogar die "Schlüsselsubstanz" für das Glück. Mit einem ausgeglichenen oder hohem Serotoninspiegel fühlen wir uns sehr wohl in unserer Haut.
Wissenschaftler haben herausgefunden, dass viele Depressive unter Serotoninmangel leiden. Tatsächlich lassen Antidepressiva den Serotoninspiegel ansteigen. Vielleicht kann statt Pillen auch ein Stück Kuchen helfen, sich besser zu fühlen? Auch hier ist natürlich vorsicht geboten denn Zucker pusht nicht nur den Serotoninspiegel innerhalb von Minuten Sonder hat auch unerwünschte Nebenwirkungen wie wir alle wissen: Erst steigt nur der Blutzuckerspiegel, dann folgt die Ausschüttung von Serotonin. Kein Wunder, dass die meisten so auf Süßes abfahren. Danach werden Überschüssige Energiereserven in Fettzellen umgewandelt. Nicht so erfreulich. Wenn man aber genügend Bewegung hat überhaupt kein Thema.
Etwas verzögert ist die Reaktion bei weniger süßen dafür kohlenhydratreichen Lebensmitteln wie Teigwaren, Reis, Kartoffeln, Ananas, Mandeln und Vollkorngetreide. Auch hier sollte man besser Morgens oder Mittags zugreifen. Abens sind Kohlehydrate nicht direkt empfehlenswert.
Frustessen macht also leider nicht nur wieder happy, sondern auch dick. Wie gesagt: Sport hält fit und hat eine ähnlich positive Wirkung auf die Stimmung, da hier auch Endorphine und Serotonin ausgeschüttet werden. Die Kalorien der Schokolade kann man sich also wieder abtrainieren und dabei zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Bitte alles mit Maß und Ziel.
Serotonin und Tryptophan
Für die Produktion von Serotonin wird der Eiweißbaustein Tryptophan benötigt. Und dieser Stoff ist ganz besonders reichlich in Fisch und Milchprodukten enthalten, aber auch in Geflügel, Soja, Eiern, Nüssen, Bananen und Hülsenfrüchten.
Kombiniert mit kohlenhydratreichen Lebensmitteln sind also Milchprodukte echte Glücklichmacher. (Die Kohlenhydrate werden benötigt, um Tryptophan zu seinem Bestimmungsort im Hirn zu transportieren.)
So wie Tryptophan an der Produktion von Serotonin sind die Aminosäuren Phenylalanin und Tyrosin an der Bildung von Botenstoffen beteiligt, die unter dem Begriff "Katelchoamine" zusammengefasst werden.
Dopamin und Adrenalin
Die bekanntesten sind wohl Dopamin und Adrenalin. Substanzen, die den Menschen wach und aktiv machen, die Aufmerksamkeit aber auch die Lust auf Sex beeinflussen. Quellen für die Eiweißstoffe sind beispielsweise Milch und Milchprodukte, Kartoffeln, Eier, Soja und Reis.
Pflanzen und Ihre verschiedenen Wirkungen
Kräuter sowie Gewürze sind nicht nur zun Abschmecken da, sondern haben auch Wirkungen auf Nerven und Gehirn. So soll Basilikum Angstgefühle mindern und die Sinnlichkeit steigern, Bohnenkraut den Intellekt und das Sexualempfinden anregen.
Wie wir wissen hält die Natur ja auch so manche Rauschsubstanzen bereit. Die in Unveränderter Form Konsumiert werden. Allerdings nicht als Lebensmittel. Ausserdem ist das Kraut verboten. Hat aber eine mit unter starke Wirkung, warum sollen dann nicht auch Kräuter im Essen ein gute Wirkung haben.
Muskat ist ebenfalls für seine aphrodisierende Wirkung bekannt. Von Fenchel weiß man, dass er beruhigend auf den Geist und die Verdauungsorgane wirkt. Von Thymian wird behauptet, er beruhige, stärke und spende innere Kraft. Bei Zwiebeln heißt es, sie machen stark und leistungsfähig, fördern die Konzentration und entschlacken. Und allen, die irgendwie so gar keinen Antrieb haben, etwas zu tun und durchhängen, sei Rosmarin empfohlen.
Leider gibt es aber auch die andere Seite:
Folgende Esstörungen sind allgemein Bekannt:
Binge Eating / Heißhunger Attacken (nicht zu verwechseln mit dem ordinären Heißhunger)
Bulimie (Fress und Brech Sucht)
Anorexie (Magersucht)
Adipositas (starkes Übergewicht)
Vorboten von Essstörung
Eine latente (verborgene) Essstörung kann der Vorbote einer schlimmeren Form also einer behandlungsbedürftigen Essstörung sein. Die verborgene Essstörung kann bereits vorhanden sein, kommt aber noch nicht zum Ausbruch.
Latente Esssucht begünstigt den Einstieg in weitere Essstörungen. Sie sollten daher, falls Sie glauben Esssüchtig zu sein bereits jetzt Hilfe aufsuchen.
Klassische Anzeichen für latente Essstörung :
- Wechsel zwischen übermäßigem Essen und Diät halten
- Einsatz von Abführmitteln
- Verwendung von Lightprodukten
- Einsatz von Appetitzüglern
- Kalorienzählen
Diagnostische Hinweise:
- Hohe Gewichtsschwankungen innerhalb kurzer Zeit, Jojo-Effekt.
- Häufige, immer wiederkehrende Auseinandersetzung mit dem Körpergewicht.
- Unfähigkeit entspannt zu genießen und den Hunger zu befriedigen.
- Fehlendes Vertrauen in die eigenen Bedürfnisse und Körpersignale.
- Angst vor Gewichtszunahme.
Heißhunger Attacken
Der Begriff Heißhungerattacke ist eine andere Bezeichnung für Binge Eating oder auch Essucht. Dabei werden große Mengen Nahrungsmittel, vornehmlich Süßigkeiten ohne Hunger konsumiert. Das Essen erfolgt spontan auf einen Reiz hin und dient nicht dem Zweck satt zu werden sondern der Befriedigung eines Appetitgefühls.
Ab zwei unkontrollierten "fress Attaken" pro Woche spricht man bereits von Binge Eating Disorder. Dabei erbricht die Person nach dem Essen nicht, wie das beispielsweise bei der Bulimie der Fall ist.
Dem "normalen Heißhunger" haben wir eine eigene Kategorie gewidmed.
Hier beschäftigen wir uns mit den Psychischen Ursachen.
Die Ursachen sind psychischer Natur, daher sollte eine Behandlung durch einen Fachlich ausgebildeten Psychotherapeuten erfolgen.
In Deutschland ist es absolut unpopulär zu einem "Psychodoktor" zu gehen. Dies ist jedoch völlig unbegründet. In den USA beispielsweise gehört es schon fast zum guten Ton einen Psychotherapeuten zu haben und diesen regelmäßig zu besuchen.
Bei Heißhunger, bzw. Binge Eating Syndrom sollte psychologische Hilfe aufgesucht werden weil 90% der Patienten nach einer Gewichtsabnahme wieder rückfällig werden. Dies zeigen Lanzeitbeobachtungen an Freiwilligen. Der JoJo Effekt tritt bei neun von zehn Patienten innerhalb der ersten 5 Jahre auf. Daher sollte man erst an die Psyche denken. In zweiter Linie wird eine Gewichtsreduktion angestrebt.
Gründe sind oft:
Rückfälle nach einer Umstellung der Ernährung
Verpatzte Diäten mit JoJo Effekt
Manchmal auch psychische Ursachen wie bspw. mangelndes Selbstwertgefühl
Ziel der Behandlungen ist eine stabilisierung des Essverhaltens zu erreichen sowie dem Patienten das Selbstwertgefühl, bzw. den glauben an den Erfolg zurück zu geben. In zweiter Linie wird eine Gewichtsreduktion angestrebt. Rückfälle sollen vermieden werden.
Abgrenzung zur Bulimie
Im Gegensatz zur Bulimie erbrechen oder fasten die Betroffenen nicht, um schlank zu bleiben, sondern behalten die Nahrung bei sich.
Bulimie (lat.: bulimia nervosa)
Wird auch Ess und Brechsucht genannt.
Das fatale ist, dass bei Frauen zwischen dem 18. und dem 35. Lebensjahr, nach einer Schätzung des psychatrischen Zweiges des Max-Planck Instituts, ca. 20 Prozent betroffen sind. Tendenz zunehmend.
Natürlich gibt es auch unter 18 und über 25 Jährige und zudem auch vereinzelt Männer die mit Bulimie zu kämpfen haben. Somit ist die Zahl natürlich höher.
Männer stellen nur etwa 2% der Bulimiker.
Bulimie tritt häufig unter dem 30sten Lebensjahr auf.
Leider sind bestimmte Berufe besonders häufig betroffen. Beispielsweise bei Marathonläufern oder Leichtathleten, also den Leistungssportlern die geringes Gewicht benötigen.
Natürlich auch in der Fotoindustrie also bei den Fotomodellen.
Bulimiker haben meist ein ganz normales Körpergewicht. Leiden jedoch unter Heisshungerattacken. Natürlich werden damit zu viele Nährstoffe zu einer positiven Nährstoffbilanz aufkumuliert.
Diese werden dann durch Erbrechen und/oder Abführmittel wieder aus dem Körper befördert.
Das Essen und anschließende Erbrechen kann mehrmals täglich erfolgen. Es ist aber auch möglich dass zwischen den Essanfällen mehrere Wochen liegen können. Meisst sind die ess- und brech- Anfälle aber regelmäßig.
Die betroffenen Personen verlieren die Kontrolle über das Essverhalten. Aus Angst zu zu nehmen wird anschließendes Erbrechen herbeigeführt.
Aber auch Selbsthass spielt eine Rolle. Dadurch will sich ein Bulimiekranker für seine Fressattacke selbst bestrafen.
Wegen der Menge an Mageninhalt kommte es zudem zu Übelkeit die den Prozess noch begünstigt.
Die Volkstümlichen Namen sind Ess- und Brechsucht oder schlimmer Kotz- Fresssucht.
Die so genannte Ess- Brechsucht hat ihren Anfang meisst im Alter zwischen dem 17. und 18. Lebensjahr. Gestörte Selbstwarhnehmung ist oft der Grund dafür dass sich die Betroffenen zu dick fühlen. Doch sind sie oft normalgewichtig was sie von den Magersüchtigen unterscheidet.
In manchen Fällen wechseln sich Bulimie und Magersucht ab.
Begleiterscheinungen
- Drogen, Alkohol, Tabak und Medikamentenmissbrauch
- Kaufrauschneigung
- Depressionen, Minderwertigkeitskomplexe, Unzufriedenheit über das Geschlecht oder abwehrhaltung gegen Sex und die Rolle der Frau
- Überzogene Sexsucht kann andererseits als Gegenteil auftreten.
- autodestruktives Verhalten, Verstümmelungen, Selbsthass
- Diebstahl oder andere kriminielle Auffälligkeiten durch das "mir doch egal Gefühl"
- Leistungs- und Geltungszwang
- Übertriebene oder völlig abhanden gekommene Soziale Integration
- Depressionen, Minderwertigkeitsgefühle, Unzufriedenheit über die eigene Geschlechtsrolle, zum Beispiel die Ablehnung der Weiblichkeit und Sexualität allgemeinD
- Durch das ständige Erbrechen kommt es oft zu Entzündungen an der Speiseröhre.
- Bulimie kann zudem akut lebensgefährlich sein.
- Zahnschäden sind eine Folge der zu hohen Säure im Mund nach dem Übergeben.
- Kalium-, Eisen-, sowie Calciummangel kann zu Herz-Rhythmus-Störungen führen und somit lebensbedrohlich werden.
Da Bulimiekranke sich oft nicht eingestehen wollen dass Sie Hilfe benötigen und zudem ihre Krankheit auch noch vor der Öffentlichkeit zu verheimlichen versuchen, wird eine Therapie nach Erkennung oft erschwert.
Zudem ist die Krankheit mit jedem Jahr tiefer in der Psyche eines Menschen verankert.
Dennoch ist eine Behandlung bei Bulimie immer noch häufiger erfolgreich als bei der Magersucht. Eine Therapie besteht in der Regel aus Psychotherapie, in der die Gründe für die Krankheit gesucht werden. Auch eine Strategie zur Bewältigung von Problemen wird zusammen erarbeitet. Die Erfolgsquote liegt derzeit bei etwa 30 bis 45 %.
Eine gesunde Einstellung zum eigenen Körper und zu Lebensmitteln wird angestrebt. Auch dass man die Nahrung nicht als Konsumgut sondern Quelle des Lebens der Freude und dem Wiederaufbau von Sozialen kontakten betrachtet.
Die Spannweite zwichen den Essstörungen ist breit gefächert. Zwischen Magersucht, Esssucht und Fettsucht gibt es manigfaltige Verhaltensweisen die sehr Individuell auf die jeweilige Person und ihre Psyche passen.
Magersucht (Anorexia Nervosa)
- Niedriges Körpergewicht bis zu 85% des normalen Gewicht
- Abneigung bzw. Angst vor dem Zunehmen
- Besondere beachtung des Gewichts in Bezug auf das Selbstwertgefühl
- Leugnen der Krankheit
- Amenorrhö also häufig nur bei weiblichen Mitmenschen
Es gibt den restriktiven Typ und den Binge-purging-Typ
Die Betroffenen Personen unterdrücken ihr Hungergefühl. Sozusagen wird der Hunger, welcher ganz normal wie bei anderen Menschen auftritt, so lange unterdrückt bis er letztlich verschwindet.
Häufigkeit
Oft bei Jungen Frauen und Mädchen oft zwischen dem elften und vierzigsten Lebensjahr zu beobachten.
Seit kurzem häufen sich auch die Anorexie Fälle bei Frauen über 40.
Der Wunsch, schlank zu sein oder zu werden ist oft der erste Schritt. Wird der Schlankheitswunsch übertrieben, kann eine Diät außer Kontrolle geraten. Hauptsymtomatik der Störung ist meist ein gestörtes Bild des eigenen Körpers, welches dazu führt, dass Betroffene Personen ihr Gewicht und die Masse des Körpers, selbst bei extremer Unterernährung konsequent überschätzen.
Das gesamte Leben der Betroffenen dreht sich um´s Essen. Jede Kalorie löst ein schlechtes Gewissen aus. Alles wird peinlich genau beobachtet. Bei Patienten zwischen zwölf und 20 Jahren sind die Heilungschancen sehr hoch. Mit zunehmendem Alter aber sinkt die Heilungrate rapide. Wenn der Beginn der Magersucht vor dem Beginn der Pubertät liegt, sind die Chancen auf Heilung ebenfalls geringer.
Die Heilungschance liegt laut wissenschaftlichen Erkenntnissen um die 35 Prozent. Dann setzt auch die Menstruation wieder ein. Dennoch werden normale Nahrungsgewohnheiten nicht immer zurückgewonnen. Frauen die einmal an Magersucht litten können oft nur schlecht in Gesellschaft essen.
Oft wird erst sehr spät durch nahestende Personen im Umkreis festgestellt dass die oder der Betroffene unter Magersucht leidet. Leider werden oft noch bestärkende Komplimente gemacht. "ach Du bist so schön dünn, wie machst du das nur?" Dabei handelt es sich bereits um eine angehende Anorexie Patientin die eigentlich Hilfe benötigt. Freunde und Verwandte bemerken jedoch lange nichts.
Anhaltspunkte finden Sie unter BMI (Body Mass Index) bzw. unter Brocca Index
Übrigens: in Gruppentherapie ist ein BMI oder anderer Index ein Tabu Thema. Er fördert eine Art Konkurrenz untereinander und heizt den drang Abzunehmen weiter an.
Die Gründe für Magersucht bzw. Anorexia
Leider ist nicht genau bekannt was zu einer Magersucht führt. Die Forscher nehmen an dass es sich um ein Zusammentreffen mehrer Faktoren handelt. Man nennt dies ein Bio/Psycho/Soziales Krankheitsbild. Die Krankheit Anorexia Nervosa wird oft bei Diäten oder durch ein belastendes Ereignis ausgelöst.
Mit Sicherheit wird die Magersucht auch durch uns ausgelöst. Sie und mich. Wir wissen wir alle zusammen sind die Gesellschaft und diese löst mit ihrem Schlankheitsideal der Medienwelt eine Idealbild aus, dem nicht jeder Charakter gewachsen ist. Für viele Frauen ist ihr Aussehen die Definition ihrer selbst. Der eigene Selbstwert wird gemessen an der Schönheit.
Auch versuchen Menschen die Anorexie gefährdet sind ihren Körper zu kontrollieren. Kalorienzählen ist für sie eine Art Herrschaft über die Natur.
In Zwillings-Studien wurde festgestellt, dass oft beide eineiige Zwillinge unter Essstörungen leiden. Davon wiederum 50 Prozent an Anorexie, wohlgemerkt bei den eineiigen Zwillingspaaren.
Bei zweieiigen Zwillingen betrug diese Übereinstimmung lediglich 10 Prozent. Die biologische Grundlage soll durch einen Mangel des Nervenbotenstoffs Serotonin verursacht werden.
Zusätzliche Gründe können in tiefen psychischen Konflikten gesucht werden, beispielsweise einem Eltern-Kind Konflikt oder einem Trauma nach Vergewaltigung oder Misshandlung.
Ähnlich einem selbstverletzenden Verhalten, welches sich parallel entwickeln kann, ist die Anorexie in diesem Falle nur begleitendes Symptom für ein tiefes psychologisches Problem, welches der Behandlung bedarf. Somit ist die Magersucht hier eine Begleiterscheinung.
Bei Personen die an Depressionen leiden kann die Magersucht auch wie oben bereits erwähnt zum Kontrollmechanismus werden. Der Depressive Mensch versucht eines der letzten Resorts zu kontrollieren. Seinen Körper. Und zwar durch Kalorienzählen.
Die Folgen von Magersucht
Magersucht muss behandelt werden! Sie ist lebensgefährlich und kann körperliche Schäden verursachen die gravierend sein können. Anorexie-Patienten verlieren stark an Gewicht. Der Stoffwechsel verlangsamt sich. Mangelerscheinungen treten auf, zusammen mit Hautschäden und Knochenentkalkung (Osteoporose)
Organe werden nicht mehr richtig mit Nährstoffen versorgt.
Fingernägel und Haare werden brüchig.
Schwächeanfälle treten auf.
Bei Frauen Verzögert sich die Pubertätsentwicklung (Wachstumsstopp, fehlende Brustentwicklung, Periode oder bleibt ganz aus.
Im Extremfall tritt der Tod durch Versagen lebenswichtiger Organe ein.
Personen die an Magersucht leiden kapseln sich oft völlig von der Familie, Freunden und Bekannten ab. Das macht natürlich auch eine Therapie nicht gerade einfach.
Behandlung
Neben einer Stabilisierung des Essverhaltens wird oft eine psychotherapeutische Betreuung nötig. Bei kritischem Untergewicht wird auch schon mal eine Zwangsernährung in der Klinik erforderlich, die teilweise sogar gegen den Willen der Patienten zur Lebenserhaltung durchgeführt wird. Danach ist eine Psychologische Therapie nötig.
Wird eine Störung in der Familiären Situation diagnostiziert, so sollte sich die gesamte Familie in eine Familientherapie begeben, da die oder der Magersüchtige nur die Symptomatik davonträgt.
Auch Psychoanalyse ist ein probates Mittel. Diese soll unbewusste Konflikte an die Oberfläche bringen und somit einen Zugang zum verborgenen Auslöser ermöglichen.
Kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlungen werden oft angewandt, mit dem Ziel die verzerrte Körperwahrnehmung der PatientInnen zu beeinflussen. Die Einstellungen zum Essen soll normalisiert werden. Bessere Konfliktbewältigung sowie soziale Kompetenzen sollen gestärkt werden.
Therapien mit Psychopharmaka zeigten bisher nur wenig Wirkung. Der Grund hierfür wird in der fehlenden Einsicht vermutet. Daraus resultiert oft mangelnden Bereitschaft, an einer Therapie mitzuwirken (Compliance). Eventuell führen auch die Nebenwirkungen vieler Psychopharmaka, die oft mit Gewichtszunahme verbunden sind, zu einer mangelnden Compliance.
Nebenwirkungen vieler Psychopharmaka sind unter anderem die Zunahme von Gewicht. Auch dies führt zu Compliance. Therapieabbrüche sind die Folge.
Differentialdiagnose
Es existieren zwei Kategorien der Anorexia Nervosa (nach DSM-IV):
Anorexie Typ eins; Purging Typ: Durch kompensatorische Verhaltensweisen, wie selbst herbeigeführtes Erbrechen, Abführmittel oder Entwässerungsmittel wird der Kalorienaufnahme Einhalt geboten. Dies bringt deutlichen Gewichtsverlust mit sich.
Anorexie Typ zwei; restriktiver Typ : Bloßer Verzichte auf Nahrungsmittel bzw. besonders kalorienreicher Nahrung.
Die Anorexie muss von anderen Essstörungen abgegrenzt werden. Vor allem von der Bulimia nervosa (Bulimie). Im Gegensatz zu bulimischen Patienten weisen Anorektiker beider Subtypen einen erheblichen, Gewichtsverlust auf, auch wenn die Anorexie vom Purging-Typus ähnliche Verhaltensweisen beinhaltet.
Die genaue Unterscheidung der Typen von Essstörungen macht im therapeutischen Rahmen einer Therapie Sinn, weil Patienten während ihrer Entwicklung verschiedene Formen aufweisen. Oft findet man in der Vorgeschichte von Bulimikern die Anorexie. Manchmal kommt es auch vor, dass Personen, die unter Adipositas litten, eine Anorexie oder Bulimie entwickeln oder umgekehrt.
Affektive Störungen wie beispielsweise bipolare Störungen und/oder Depression sowie Physiologischen Störungen können ebenfalls zu starkem Gewichtsverlust führen. Die Betroffenen weisen jedoch keine so verzerrte Körperwahrnehmung auf. Bei den Physiologischen Störungen wie Hirntumor oder Stoffwechselerkrankungen oder Hyperthyreose kann auch Gewichtsverlust die Folge sein.
Gesellschaftliche Fehlentwicklung bezüglich Magersucht
In der Kunst und Musikbranche sowie im öffentlichen Leben stehende Personen leiden öftermals unter Essstörungen. Die Liste der Magersüchtigen Stars ist lang. Noch Fataler; es werden von Homosexuellen Modezaren, vor allem in Frankreich, oft Magersüchtige Modelle gebucht um auf Laufsteg und Magazintitelblättern zu posieren. Dieser Satz soll niemanden Diskriminieren aber eines ist hierbei zu beachten. Kein Mann findet eine Magersüchtige Frauen schön. Männer sind schon von der Urzeit Psychologie her so programmiert dass Sie "Weibchen" begatten wollen die den Nachwuchs über den Winter bringen. Über Jahrmillionen entwickelte Merkmale werden hier herangezogen. Eines davon ist ein LEICHT üppiger Körperbau. Also zu deutsch gesagt: Große Brüste und ein anständiger Hintern.
Kein Essverbot für Kinder!
Fast drei Millionen Kinder in Deutschland sind nach aktuellen Studien zu dick.
80% der Übergewichtigen Kinder leiden später ebenfalls an zu hohem Körpergewicht.
Allerdings warnen Experten, dass man vor allem bei nur leicht übergewichtigen Kindern keine "FDH" oder andere Beschränkungen machen sollte. Die Kinder leiden dann später unter umständen an Magersucht. Nährstoffmangel bei Kindern und Jungendlichen ist gefährlich.
Auch zu häufiges wiegen sei Kontraproduktiv. Gerät das Gewicht Ihres Kindes außer Kontrolle sollten Sie natürlich aktiv werden. Suchen Sie zunächst alleine einen Kinderarzt auf.
Sport ist das beste Mittel gegen Übergewicht. Auch ein gemeinsam zelebriertes Abend oder Mittagessen kann die Kinder psychisch stabilisieren. Grundsätzlich gilt. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran. Ein Kind mit gutem Selbstbewusstsein ist gegen Störungen gewappnet.
